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Eutiner Schloss, Panoramablick vom Garten
Das Eutiner Schloss ist in mehreren Einzelschritten vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert zu seiner heutigen Gestalt gewachsen. Die abwechslungsreiche Baugeschichte lässt sich an unterschiedlichen Stellen des Gebäudes nahezu ablesen. Nach dem Großfeuer von 1689 wurden im 17. Jahrhundert Pläne für einen Abbruch der gewachsenen Schlossanlage und einen anschließenden Neubau im Stile des Barock erwogen. Die wirtschaftlichen und politischen Folgen des Großen Nordischen Krieges verhinderten dieses Unternehmen jedoch und die Fürstbischöfe begnügten sich mit einem Ausbau und der Wiederherstellung der vorhandenen Bausubstanz. Sein heutiges Aussehen erhielt das Schloss durch die Arbeiten Rudolph Dallins von 1717 bis 1727 und durch die Umbaumaßnahmen  von 1840. Das Schloss ist eine asymmetrische, vierflügelige Anlage mit Ausmaßen von ca. 70 x 80 Metern. Die Flügel liegen um einen annähernd trapezförmigen Hof auf einer von Wassergräben umgebenen kleinen Schlossinsel direkt am Großen Eutiner See. Von den vierflügeligen Schlossanlagen Schleswig-Holsteins - hier herrschten bis zur Renaissance vor allem die sogenannten Mehrfachhäuser und später dreiflügelige Anlagen vor - sind das Eutiner und das Gottorfer Schloss die einzig erhaltenen. Trotz der barocken Umgestaltung, die sich vor allem auf die Innenräume und den Park konzentrierten, macht das Äußere des Schlosses  einen strengen Eindruck. Abgesehen von der turmbewehrten, auf den  Schlossplatz ausgerichteten Westfassade sind die Außenmauern des  Bauwerks nahezu schmucklos. Die aus Backstein errichteten Flügel erhalten lediglich durch die reiche Durchfensterung und die grünen Fensterläden eine Auflockerung.
Der Schlosshof
Die Fassaden des Hofs sind komplett in hellen Farben verputzt und stehen  in direktem Kontrast zu den nüchternen Außenwänden des Schlosses. Die  Fenster sind mit Schmuckgiebeln akzentuiert und die Portale mit  plastischem Schmuck dekoriert. Der Türschmuck stammt aus den  unterschiedlichen Bauphasen des Schlosses, so ist das mit Voluten dekorierte Portal des Nordflügels auf 1616 und das des Westflügels erst auf 1717 zu datieren. Der niedrige, an den Torturm angelehnte Treppenturm stammt von 1600. Auffällig sind zudem die drei von Säulen getragenen Loggien, die von Dallin als verbindende Galerien zwischen den Salons und Räumen des ersten Obergeschosses angefügt wurden.
Der Westflügel
Die Schauseite des Schlosses ist zur Stadt und auf den Schlossplatz  gerichtet, sie wird betont durch einen mächtigen, giebelgeschmückten  Torturm sowie zwei weitere Türme an den Übergängen zu den seitlichen Flügeln. Der asymmetrische Grundriss des Westflügels leitet sich aus der  Tatsache ab, dass die solitär stehenden Vorgängerbauten bei den  Erweiterungsarbeiten nicht abgerissen, sondern durch Verbindungsbauten  in den Gesamtplan integriert wurden. Der Westflügel beinhaltet ebenso  wie der südliche Bau vor allem die Appartements des Fürstenpaares,  außerdem einen Speisesaal und einen Gesellschaftssalon. Das ehemalige  Schlafzimmer der Fürstin ist der so genannte Europasaal. Er enthält außergewöhnliche Deckenmalereien, die den Raub der Europa darstellen. Der außergewöhnlichste Raum des Flügels ist eine mit holländischen  Fliesen belegte Küche von 1720, die für die Herzogin Albertine Friederike eingerichtet wurde. Der Torturm stammt in seinem Kern von 1439 bis 1449, in der Durchfahrt haben sich Teile eines spätgotischen Gewölbes erhalten. Links oberhalb des Eingangs befindet sich der Eutiner Roland.  Die Grundfläche des Baus wurde im 16. Jahrhundert verdoppelt und der  Turm anschließend noch erhöht. Durch Rudolph Dallin erhielt er um 1720  ein viertes Geschoss, die schmückenden Dreiecksgiebel und die bekrönende  Laterne.  Der nordwestliche Eckturm des Flügels stammt aus der Zeit um 1600 und  wurde als Wohnturm mit Blick auf einen damals nördlich gelegenen Garten  erbaut. Der dem Südflügel vorgelagerte runde Südwestturm ist in seinen  Grundmauern zwischen 1485 und 1486 fertig gestellt worden und stand  einst als freier Wehrturm.
Der Schlosspark
Ein erster Schlossgarten war bereits um 1500 vorhanden. Südöstlich der Bucht, an der das Schloss liegt, wurde auf Verfügung Bischofs Johann Friedrich  zu Beginn des 17. Jahrhunderts ein sogenannter Lustgarten angelegt, der  die Keimzelle des späteren Barockgarten werden sollte. Schon dieser erste größere Garten war in zwei Bereiche geteilt, welche die kleine  Bucht östlich des Schlosses winkelförmig umschlossen. Zum einen bestand  er aus bepflanzten Parterreflächen, die den stadtabgewandten Fassaden des Schlosses vorgelagert waren, zum anderen aus einer frühen Boskettzone auf der anderen Seite der Wasserfläche. Dieser Garten ist im Laufe der Jahre ausgebaut und erweitert worden, wobei man seine charakteristische, winkelförmige Struktur beibehielt und ausarbeitete. Seine größte Ausdehnung erhielt der Eutiner Barockgarten unter Fürstbischof Christian August, der durch Johann Christian Löwen ab 1713 einen Park nach französischem Muster anlegen ließ. Der Südflügel des Schlosses erhielt jetzt prächtige Broderieparterres vorgelagert, die im weiteren Bereich in eine Boskettzone übergingen. Die Ebene der bepflanzten Flächen verjüngte  sich mit zunehmender Entfernung zum Schloss und zog das Parterre so  optisch in die Tiefe. Die Wege wurden durch Alleen gegliedert und zwei Sichtachsen – vom Schloss und vom jenseitigen Gartenbereich ausgehend –  trafen in der Ferne zusammen. Der gesamte Park war mit Figurengruppen von Theodorus Schlichting und verschiedenen Wasserspielen dekoriert und auf der dem Schloss vorgelagerten Fasaneninsel wurde ein kleines Lustschloss errichtet.
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